Kreuzfahrtschiffe auf dem Nassersee

Die Omar El Kayam wurde im Herbst 2008 in Dienst gestellt und ist aktuell das größte und modernste Schiff auf dem Nassersee. Ich hatte sie nicht gebucht, sondern ein anderes Schiff, das aber zum Zeitpunkt meiner Buchung schon längst außer Dienst gestellt war. Das sagte mir niemand, aber als es ans Einschiffen ging, wurde mir mitgeteilt, dass ich nun statt meines Drei-Sterne-Schiffes ein Fünf-Sterne-Schiff bekäme - ohne Zuzahlung. Ich hatte immer den Verdacht, dass ich mich mit Kreuzfahrtschiffen nicht anfreunden könnte und überlegte, ob ich jetzt protestieren soll. Dann habe ich aber eingesehen, dass die vier Nächte keine große Sache sind und mir wahrscheinlich sowieso kein Mensch glauben würde, dass ich wirklich lieber ein einfacheres Schiff gehabt hätte.

Lobby in der Omar El Kayam

Das ganze Schiff ist wirklich modern, nubisch und edel aussehend gestaltet. Edel aussehend, weil es durch und durch in Leichtbauweise konstruiert wurde und auf dem Wasser schwimmt wie ein Korken. Stein ist nicht Stein, und wenn er dreimal so aussieht. An manchen Stellen konnte man das auch schon sehen - nach 4 Monaten in Dienst.

Blick von der Lobby auf den Nassersee


Meine Kabine Schiffsbalkon


Alle Kabinen sind Außenkabinen und sind in etwa eingerichtet wie meine - abgesehen von ein paar Edel-Suiten. Sie war größer als manches Hotelzimmer und hatte wie alle anderen einen Außenbalkon. Da es zu meiner Reisezeit ungewöhnlich kühl war, habe ich mich trotz Sonne noch die Decke gegriffen - im Sommer freut man sich bestimmt mehr über die Schattenseite.

in der Küche

Es war für mich schon amüsant, einmal selbst die merkwürdigen Veranstaltungen mitzumachen, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne. Z.B. eine Schiffsführung durch den Service-Chef, der auch immer alle Gäste persönlich im Restaurant begrüßte - jeden in seiner Landessprache. So weit ein unglaublich gutes Gedächtnis, auch wenn mir allein der Anblick solcher gelackten Hochglanzdiener mir schwer erträglich ist. Und der "Besuch in der Kombüse" war dann auch eben kein Besuch dort, sondern eine Eigenwerbeveranstaltung in dessen Vorraum. Man beachte die Gesichter der Köche.

Abendveranstaltung

Am letzten Abend gab es dann noch die unvermeidliche Abendveranstaltung, die eigentlich ganz nett war. Die groß herausgestellten kostenlosen Drinks allerdings waren das hinterletzte: notdürftig mit Geschmack versetztes und gefärbtes Wasser.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es mal ganz lustig war, so ein Schiff für ein paar Tage und vergleichsweise wenig Geld erlebt zu haben. Ich kann auch verstehen, wenn Leute dergleichen toll finden. Ich aber nicht, zu mir passt es nicht. Für mich ist das goldener Käfig, sonst nichts.