Eingang zum Tempelgelände Mittelachse von Karnak

Karnak ist nicht einfach ein Tempel - Karnak ist ein eine Welt in sich. Seinerzeit wahrscheinlich die größte Tempelanlage der Welt, wurde hier über Jahrhunderte immer neu gebaut, abgerissen, umgestaltet. Diesen Tempel kann man als Tourist nicht begreifen, ich habe Hobby-Ägyptologen getroffen, die das auch nach Jahren nicht schafften. Zu groß ist das Wirrwarr verschiedener Pylone, Räume, Höfe, Kapellen und Statuen, als dass man hier wirklich einen Überblick erlangen könnte. Man kann immer nur Details erhaschen und überhaupt nur einen begrenzten Bereich, nämlich den Tempelbezirk des Amun, besichtigen. Die weiteren Areale sind gesperrt.

In der Tat war ich dreimal hier: einmal mit einem Ägyptologen, der mir eine 4-stündige Führung mit immer neuen Details gab, die wir dann einfach wegen Reizüberflutung abgebrochen haben. Ein weiteres Mal am nächsten Tag, mit der Reisegruppe, wo die Führung nach 45 Minuten für beendet erklärt wurde. Und dann noch einmal später am Ende der Reise, nur zur Besichtigung des Freilandmuseums, das auch noch einmal schlappe 2 Stunden erfordert hat. Und ich würde niemals behaupten, auch nur alles gesehen zu haben, begriffen schon lange nicht. Was ich hier wiedergeben kann, sind nur Details, die sich so ergeben haben, dass ich sie hier einigermaßen geordnet und fehlerarm wiedergeben kann.

Auf jeden Fall sollten Einzelreisende erwägen, die Anlage genau zur Mittagszeit zu besuchen, falls die Temperaturen es einigermaßen zulassen. Denn dann sind die Pauschaltouristen auf ihren Schiffen und in den Hotels zum Mittagessen und das Schieben und Drängeln lässt erheblich nach - ebenso die Belästigungen durch ungebetene Guides, die dann auch Mittag machen. Gegen letztere half zu meinem Besuch übrigens noch ein Trick ganz gut: Sobald ich gefragt wurde, wo ich herkam, erklärte ich mich für "Polska". Polnisch sprechen die Guides noch nicht und suchen deshalb ein anderes Opfer.

Plan des Tempels von Karnak